Magazinartikel: Kommissionierung intern oder extern? Entscheidungsmatrix für Logistikleiter
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Kommissionierung intern oder extern? Entscheidungsmatrix für Logistikleiter

Vier Faktoren entscheiden: Auftragsstabilität, Skalierungsanforderung, Vollkosten, Steuerungswunsch. Mit Vollkostenrechnung Hamburg.

01. April 20269 Minuten

Soll ich die Kommissionierung mit eigenem Personal abdecken oder als Werkvertrag extern vergeben? Diese Entscheidung trifft jeder Logistikleiter mindestens einmal pro Jahr, meist im Rahmen der Budgetplanung. Die richtige Antwort hängt von vier Faktoren ab: Auftragsstabilität, Skalierungsanforderung, Vollkosten und Steuerungswunsch.

Faktor 1: Auftragsstabilität

Hohe Stabilität (geringe Schwankung)

Ihre Pick-Volumen schwanken über das Jahr um maximal ±20 %. Saisonalität ist gering. Personalengpässe sind selten. → Eigene Kommissionierung wirtschaftlicher.

Mittlere Stabilität

Schwankung ±20 bis 50 %. Saisonale Spitzen 2 bis 3 mal pro Jahr. → Mischmodell: Stamm intern, Spitzen als Werkvertrag.

Geringe Stabilität

Schwankung > 50 %. Q4-Peak verdoppelt das Volumen, Sommer halbiert es. → Werkvertrag deutlich vorteilhafter.

Faktor 2: Skalierungsanforderung

Skalierungs-AnforderungBeste Lösung
Ganzjährig stabil ±10 %Intern
Saisonal ±50 % über 4 bis 8 WochenWerkvertrag für die Saisonphase
Wöchentlich ±100 %Werkvertrag
Tagesweise variabelMini-Job-Pool oder AÜG mit Tagesabruf

Faktor 3: Vollkostenvergleich

Eigene Kommissionierer Hamburg pro Stunde (Vollkosten)

  • Bruttolohn 14,60 €/h (Mindestlohn ab 2027)
  • Sozialversicherungs-Anteil Arbeitgeber ~22 %: +3,21 €/h
  • Urlaub, Lohnfortzahlung, Beihilfen ~15 %: +2,19 €/h
  • Recruiting amortisiert ~0,80 €/h
  • Personalverwaltungs-Anteil ~0,80 €/h
  • PSA, Schulung, Unterweisung ~0,40 €/h
  • Auslastungsverlust (Krankheit, Urlaub) ~10 %: +1,46 €/h
  • Vollkosten ca. 23,50 €/h

Externe Kommissionierer im Werkvertrag

  • Pauschalpreis pro Pick oder pro Tag-Crew
  • Effektiv vergleichbar mit ~24 bis 28 €/h Vollkosten
  • Plus: keine versteckten Kosten (Recruiting, Krankheitsrisiko, Personalverwaltung)
  • Plus: keine Auslastungsverluste

Differenz 0,50 bis 4,50 €/h. Bei guter Auslastung intern günstiger, bei schlechter Auslastung extern günstiger.

Faktor 4: Steuerungswunsch

Hoher Steuerungswunsch: täglich anweisen, jede Schicht mitgestalten → Internes Personal oder AÜG. Niedriger Steuerungswunsch: Output kaufen, nicht Personal verwalten → Werkvertrag.

Entscheidungsmatrix

SzenarioEmpfehlung
Stabile Volumen + hoher SteuerungswunschInternes Personal
Stabile Volumen + niedriger SteuerungswunschWerkvertrag
Saisonale Volumen + hoher SteuerungswunschInternes Personal + AÜG für Spitzen
Saisonale Volumen + niedriger SteuerungswunschWerkvertrag
Hohe Volatilität (>50 %)Werkvertrag, eindeutig

Hybride Modelle

In der Praxis kombinieren viele Logistikleiter Stamm-intern mit Werkvertragsspitzen. Faustregel: 60 bis 70 % Grundlast intern, 30 bis 40 % Peak-Last extern. Das gibt Stabilität, Flexibilität und schonenden Umgang mit den eigenen Mitarbeitern.

FAQ

Häufige Fragen aus diesem Artikel.

Ja. Viele E-Commerce-Hubs arbeiten so. Aber: Sie geben Steuerungshoheit ab, und der Anbieter wird zum kritischen Lieferanten. Wir empfehlen Hybridmodelle.

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